PressemitteilungNummer: 0689Datum: 05/05/2020

Nadja Lang bezieht als dritte Stipendiatin die Esslinger Hochwacht


Nadja Lang bezieht als dritte Stipendiatin die Esslinger Hochwacht

Zum 1. Mai 2020 hat mit Nadja Lang die dritte Esslinger Hochwacht-Stipendiatin das Wohn- und Arbeitsdomizil auf der Esslinger Burg bezogen. Im Zuge ihres Forschungsprojekts wird sie die Sakralarchitektur in Südwestdeutschland, insbesondere die schwäbischen Bauten aus dem späten 13. und frühen 14. Jahrhundert, in den Blick nehmen. Dafür bietet Esslingen mit seinen mittelalterlichen Kirchen eine ideale Grundlage für den Vergleich mit den bisher wenig erforschten, hochgotischen Bauteilen des Zisterzienserklosters Maulbronn, welche Nadja Lang untersucht.

Der Umzug der Wissenschaftlerin aus Heidelberg findet umständehalber weitgehend kontaktlos statt. Auch die offizielle und persönliche Begrüßung in der Stadt durch Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger wird, wie sonst üblich, nicht zu Beginn des Stipendiums erfolgen können. "Die aktuelle Situation stellt uns in allen Bereichen vor neue Herausforderungen, davon ist auch das Hochwacht-Stipendium nicht ausgenommen", sagt Kulturamtsleiterin Alexa Heyder. Damit die Stipendiatin dennoch reibungslos in ihre Esslinger Zeit starten kann, schnürt die Kulturverwaltung ein kleines Willkommenspaket und ist in engem Austausch mit Nadja Lang. „Ein fast persönliches Kennenlernen mit einigen wichtigen Akteuren werden wir in Kürze als Online-Konferenz nachholen,“ so Kulturbürgermeister Yalcin Bayraktar.

Inhaltlich wird die Forscherin durch das Landesamt für Denkmalpflege sowie durch die städtischen Einrichtungen, die für die (Bau-)Geschichte der Stadt zuständig sind, begleitet. Wenn Nadja Lang ihr halbjähriges Stipendium antritt, kann sie Stadtbücherei und Stadtarchiv nur eingeschränkt nutzen, sodass die ersten Wochen der Forschungsarbeiten von Internetrecherchen geprägt sein werden.

Während der Laufzeit des Hochwacht-Stipendiums wird Nadja Lang in die Kulturszene Esslingens eingebunden und erhält die Möglichkeit, den Arbeitsfortschritt sowie das abgeschlossene Forschungsprojekt zu präsentieren. Kulturamtsleiterin Alexa Heyder: "Wir hoffen sehr, dass es in wenigen Monaten wieder möglich sein wird, kleinere Veranstaltungen durchzuführen, damit die Arbeit unserer Stipendiatin allen interessierten Esslingerinnen und Esslingern zugänglich gemacht werden kann." Nadja Lang wünscht sich ebenfalls, nicht nur "im stillen Kämmerlein" zu arbeiten: "Ich möchte mir nicht nur ein Bild von der Esslinger Architektur machen, sondern auch mit den Menschen in Kontakt kommen, die in der mittelalterlichen Stadt leben."

Nadja Lang stammt aus Bayreuth, hat 2016 ihr Bachelorstudium der Kunstgeschichte und Allgemeinen Sprachwissenschaft an der Universität Tübingen abgeschlossen und setzt derzeit ihr in Paris begonnenes Internationales Masterstudium (Kunstgeschichte, Museologie) in Heidelberg fort. Als Esslinger Hochwacht-Stipendiatin befasst sie sich mit der "Verortung der Maulbronner Hochgotik in der Architektur Südwestdeutschlands". Dabei wird die Wissenschaftlerin mithilfe einer systematischen Analyse die Datierung und qualitative Bewertung von hochgotischen Bauteilen erarbeiten, die insbesondere bei den ab Mitte des 13. Jahrhunderts auftretenden lokalen und eigenständigen Spielarten der Architektur und Formensprache oft Probleme bereitet. Untersuchungsgegenstand sind die drei Esslinger Kirchen St. Dionys, St. Paul und Hintere bzw. Franziskanerkirche als Vergleichsbauten zum Kloster Maulbronn.

Mit dem Hochwacht-Stipendium zu bauhistorischer Forschung, konzipiert von Kulturamt und ZukunftsStiftung Heinz Weiler, hat die Stadt Esslingen am Neckar ein deutschlandweites Alleinstellungsmerkmal. Es richtet sich an den wissenschaftlichen Nachwuchs aus den Bereichen Architektur- oder Kunstgeschichte, Bauforschung, Denkmalpflege, Restaurierung, Mittelalterarchäologie, Landschaftsarchitektur bzw. Stadtbaugeschichte. Nadja Lang erhält mit dem Stipendium von Mai bis Oktober 2020 ein Wohn- und Arbeitsdomizil in der Esslinger Burg, um dort ungestört und konzentriert forschen und arbeiten zu können. Neben der freien Nutzung der Esslinger Hochwacht umfasst das Stipendium einen Unterhaltszuschuss von 1.500 € monatlich.

Weitere Informationen unter https://www.zukunftsstiftung.de/nadja+lang

Porträt Nadja Lang.JPG

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