PressemitteilungNummer: 0420Datum: 10/06/2017

Ausstellung "ProtEStantisch!?" im Stadtmuseum im Gelben Haus


Esslingen und die Reformation

Unscheinbar liegt der Brief da, mit leicht verblasster Tinte auf bräunliches Papier geschrieben, aber die bekannte Unterschrift „Martinus Luther“ lässt sich gut erkennen. So ist der Brief sicher das beeindruckendste Objekt in der Ausstellung „ProtEStantisch!? Esslingens Weg zur neuen Lehre 1517-1555“ im Esslinger Stadtmuseum im Gelben Haus.

Der Brief ist ein Sinnbild für die weltweit wirkenden Umwälzungen, die sein Verfasser hervorgerufen hat. Luther schrieb den Brief 1535 eigenhändig an den Esslinger Rat. Das Schriftstück wurde in der Stadt stets in hohen Ehren gehalten und wird heute im Stadtarchiv aufbewahrt. Der direkte Kontakt mit dem Reformator verschaffte Esslingen eine „Reliquie“ des neuen Glaubens und förderte die Bildung eines evangelischen Konfessionsbewusstseins.

Zu sehen ist außerdem eines der wichtigsten Dokumente der Reformation: eine seltene originale Ausfertigung des Wormser Edikts. Damit verhängte der Kaiser 1521 die Reichsacht gegen Luther und seine Anhänger. Und eine Lutherbibel ist natürlich auch ausgestellt. So ist mit den handschriftlichen Dokumenten und den frühen Drucken die Reformationszeit für die Besucher wieder ganz nah.

Aber es geht in der Ausstellung nicht um die weltweite Bedeutung der Reformationsidee. Erklärt wird, welche Auswirkungen das welthistorisch bedeutsame Ereignis in Wittenberg für Esslingen und seine Bürger hatte – und womöglich bis heute hat. Wie wurde Esslingen protestantisch? Und warum nicht schon 1517, sondern offiziell erst 1531? Ging es überhaupt um Religion oder eher um Macht? Auf diese Fragen und viele mehr erhalten die Besucher der Ausstellung Antwort.

Esslingens Weg zur neuen Lehre wird mit vielen wertvollen, teilweise selten gezeigten Objekten illustriert. So kann man gut nachvollziehen, wie um die Einführung der Reformation gerungen wurde. Denn der Weg Esslingens zur neuen Lehre war nicht geradlinig. Es ging nicht nur um religiöse Inhalte, auch andere Themen beeinflussten die Entscheidung: das Verhältnis zum Kaiser oder die politische und soziale Ordnung innerhalb der Stadt.

Das Besondere an der Ausstellung ist, dass diese nicht in eigenen Räumen gezeigt wird, sondern als „Intervention“ in die ständige Ausstellung im ganzen Haus integriert ist. Die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte bildet so nicht nur wörtlich, sondern auch inhaltlich den Hintergrund für die einzelnen Ausstellungsstücke zur Geschichte der Reformation in Esslingen. So erhält man als Besucher ganz nebenbei auch einen neuen Blick auf die Dauerausstellung.

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 12. November 2017 im Stadtmuseum im Gelben Haus, Hafenmarkt 7, in Esslingen am Neckar zu sehen. Für weiterführende Schulen gibt es zur Ausstellung eine museumspädagogische Führung. Führungen für Besuchergruppen auf Anfrage.

Freier Eintritt am Reformationstag, 31. Oktober 2017.


ProtEStantisch!?
Esslingens Weg zur neuen Lehre 1517–1555

Stadtmuseum im Gelben Haus
bis 12. November 2017

Öffnungszeiten
Dienstag bis Samstag 14–18 Uhr
Sonntag und Feiertag 11–18 Uhr
Montag geschlossen

Stadtmuseum im Gelben Haus
Hafenmarkt 7
73728 Esslingen am Neckar
Telefon Verwaltung 0711/3512-3240
www.museen-esslingen.de
museen@esslingen.de


Martin Beutelspacher M. A.
Städtische Museen Esslingen
Hafenmarkt 7
73728 Esslingen am Neckar
Tel. 0711/3512-3320
martin.beutelspacher@esslingen.de
www.museen-esslingen.de


Beigefügt Dateien für drei Abbildungen:

ProtEStantisch 3“:Blick in die Ausstellung „ProtEStantisch!?“, Foto: Städtische Museen Esslingen

ProtEStantisch 4“: Ausstellung „ProtEStantisch!?“, Foto: Städtische Museen Esslingen

ProtEStantisch 6“: Ausstellung „ProtEStantisch!?“, Foto: Städtische Museen Esslingen

ProtEStantisch 3.jpgProtEStantisch 4.jpgProtEStantisch 6.jpg



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