PressemitteilungNummer: 1012Datum: 01/27/2021

Neues aus der Statistik: Einwohnerzahl sinkt leicht


Neues aus der Statistik: Einwohnerzahl sinkt leicht

Ende des Jahres lebten in Esslingen insgesamt 95.782 Personen, davon haben 94.378 Esslingerinnen und Esslinger ihren Hauptwohnsitz in der Stadt. Im Vergleich zu den Vorjahren entspricht dies einem leichten Einwohnerrückgang von rund 1,5% (-1.444 Personen mit Hauptwohnsitz).

Das statistische Bundesamt erwartet für Deutschland ebenfalls einen leichten Bevölkerungsrückgang, während jedoch für Baden-Württemberg im vergangenen Jahr noch ein kleines Wachstum von 4.000 Personen vom statistischen Landesamt geschätzt wird. Die Entwicklung in Esslingen ist also aus kommunalstatistischer Sicht nicht ungewöhnlich.

Betrachtet man die Esslingerinnen und Esslinger hinsichtlich der demographischen Faktoren näher (Tabelle 1), so zeigen sich kaum Unterschiede zu den Vorjahren – die Geschlechterverteilung ist nahezu ausgeglichen und auch der Anteil der Esslingerinnen und Esslinger ohne deutsche Staatsbürgerschaft ist auf Vorjahresniveau, auch die Altersverteilung in der Stadt entspricht dem Vorjahr. Lediglich der Anteil der Esslingerinnen und Esslinger mit Migrationshintergrund ist leicht um 0,5% gestiegen, was jedoch im Rahmen der statistischen Streuung liegt.

In Esslingen wurden im vergangenen Jahr erstmals seit 2015 weniger Kinder geboren als Menschen verstorben sind (natürlicher Bewegungssaldo: -75; Tabelle 2). Die Zahl der Sterbefälle liegt leicht über der Anzahl von 2019, aber noch deutlich unter der Zahl von 2018 und dürfte insbesondere auf die Alterung der Stadtbevölkerung zurückgehen. Die Analyse der Todesfälle auf Monatsniveau zeigt im Zusammenhang und Verlauf der Corona Pandemie keine Übersterblichkeit in Esslingen im Vergleich zu den Vorjahren (Grafik 1).

Der Einwohnerverlust kann, aus Sicht der Kommunalstatistik, hauptsächlich durch die Wanderungsbewegungen von und nach Esslingen, also die Zu- und Wegzüge, erklärt werden (Tabelle 3). 2020 verzeichnet Esslingen einen deutlichen Rückgang an Zuzügen (-2.235 Personen im Vergleich zu 2019), wohingegen die Zahl der Wegzüge (-388 Personen im Vergleich zu 2019) nur leicht vom Vorjahresniveau abweicht. Einen negativen Wanderungssaldo (-1.378 Personen) verzeichnete Esslingen zuletzt im Jahr 2009 (-97 Personen).

Die statistische Analyse zeigt, dass 2020 insbesondere deutlich weniger Zuzüge in der Altersklasse 18-35 Jahre, der Altersklasse mit der höchsten Mobilität in Deutschland, zu verzeichnen waren (Saldo: -705). Es ist anzunehmen, dass diese Entwicklung zu großen Teilen auf die Corona-Pandemie und die massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens, der Wirtschaft und Bildung zurückzuführen sind. Im vergangen Jahr wurden im Zuge der Pandemie und des Lockdowns viele Veränderungen eingeführt, die aktuell immer noch gelten – z.B. Home-Office für viele Arbeitnehmer, Kurzarbeit in Industriebetrieben oder Umstellung auf Online-Veranstaltungen in der Hochschule. Ein Zuzug nach Esslingen ist somit, z.B. im Falle von Studierenden mit nahezu ausschließlich Online Veranstaltungen, nicht mehr unbedingt zwingend notwendig. Hinzu kommt eine deutliche Reduktion der Wanderungsbewegungen aus dem Ausland (2019: 1.903; 2020: 1.108 Zuzügler aus dem Ausland nach Esslingen). Mit dem Schließen der Grenzen und strengen Einreisekontrollen, zu den oben dargestellten wirtschaftlichen Veränderungen, sind in großen Teilen der Wirtschaft Arbeitskräfte aus dem Ausland aktuell nicht notwendig oder möglich.

Weitere statistische Informationen:

Die Stadt Esslingen verfügt über eine eigenständige Kommunalstatistik, die in der Stadtverwaltung im Stadtplanungsamt angesiedelt ist und vielfältiges Zahlenmaterial rund um die Stadt und ihre vielfältigen Themen aus Verwaltung, Politik und Bürgerschaft, sammelt, auswertet und zur Verfügung stellt. Durch die systematische und wertfreie Aufarbeitung von statistischen Zahlen lassen sich Ist-Stände und ihre Entwicklungen über die Zeit darstellen. Sie bieten eine objektive Grundlage für Planungen, Weiterentwicklungen und somit zukunftsorientiertes Handeln der Verwaltung.

Einen Überblick für alle Interessierten aus Bürgerschaft, Verwaltung und Politik bietet die Kommunalstatistik alle zwei Jahre mit einem statistischen Jahrbuch. Aktuell liegt die Ausgabe 2020 „statistischES 2020“ – mit einer Zusammenstellung in insgesamt 13 Kapiteln zu einer Vielzahl an unterschiedlichen Themenbereichen aus und um die Stadt vor.

Alle kommunalstatistischen Auswertungen können Sie im Internet unter www.esslingen.de/statistik abrufen. Für Anfragen und Anregungen wenden Sie sich gegebenenfalls an die Stelle für Kommunalstatistik, Ihre Ansprechpartnerin ist dort Frau Dr. Miriam Reiner-Henrich.

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*Übersterblichkeit: Unter Übersterblichkeit versteht die Statistik eine über die normale statistische Abweichung hinausgehende Anzahl an Todesfällen. Es sterben also mehr Menschen in einem bestimmten Zeitraum, als im Vergleich mit dem gleichen Zeitraum in anderen Jahren anzunehmen gewesen wäre.

Grafik 1_PM Statistik 25012021.jpgTabelle 1_PM Statistik 25012021.jpgTabelle 2_PM Statistik 25012021.jpgTabelle 3_PM Statistik 25012021.jpg


Pressekontakt:
Stadtplanungsamt, Kommunalstatistik
Dr. Miriam Reiner-Henrich
Tel.: +49 711 3512-2555
miriam.reiner-henrich@esslingen.de


gez. Michael Botsch,
Pressestelle




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