PressemitteilungNummer: 0359Datum: 08/12/2016

Erst die Tat und dann der Rat


Erst die Tat und dann der Rat

Praktisch, konkret, kreativ, nützlich, hilfreich - wer so schafft, kann stolz und zufrieden auf sein Werk schauen. Und dass sich darüber jemand anderes erleichtert und dankbar freuen kann, ist die schönste Belohnung. Die bürgerschaftlich Engagierten von "TAT und RAT - dem Kleinreparaturdienst" erleben das nun schon seit zwanzig Jahren, einige der fünfzehn Mitglieder von Anfang an.
"TAT und RAT" hilft bei kleinen Reparaturen in der Wohnung oder im Haus, aber auch beim Ausfüllen von Anträgen, bei Behördengängen, Übersetzungen - in all den Fällen, wo Profis gar nicht erst anfangen. Aber die Männer - ,hier sind Frauen in der Minderheit - von "TAT und RAT" haben eine Menge Profi-Erfahrungen und geben sie gerne weiter. Ihre Zielgruppen - Ältere, Menschen mit Behinderung, Alleinerziehende oder sozial bedürftige Familien - sind froh über die unkompliziert und rasch gegebene Hilfe.

Beim monatlichen Treffen werden die Aufgaben verteilt: RAT wird diesmal nicht so nachgefragt - aber die TAT: Probleme mit einer Waschmaschine, Sieb verstopft- wer schaut danach? Eine Lampe soll ausgetauscht werden - wer macht das? Ein Regal muss aufgebaut werden, ein Kühlschrank brummt, eine Abdeckung wird dringend gebraucht - alles kleine Sachen, aber die Anfragenden haben weit und breit niemand, der danach schauen könnte. "Das müsste jemand machen, der erfahren ist mit Holzarbeiten, aber wir haben zur Zeit niemanden, der Schreiner gelernt hat.“ so Ulrich Tiemeier ein Mitglied der Initiative. " In diesem Fall genügte das vorhandene Handwerksgeschick, aber so wird deutlich, dass wir nicht alle Anfragen bedienen können, weil neue Köpfe und Hände fehlen.

"Ganz besonders dringend gebraucht werden jetzt Menschen, die als Schreiner oder Flaschner tätig waren, jedenfalls Leute, die sich mit solchen Arbeiten auskennen, ganz gleich, ob sie im Ruhestand sind oder schon vorher etwas von ihrer Zeit für dieses sinnvolle und befriedigende Engagement einsetzen wollen", so Irene Zeisel, die Hilfestellung beim Ausfüllen von Formularen gibt..
"Natürlich sind auch Menschen mit anderen Kenntnissen und Fähigkeiten immer gefragt, denn es ist doch so: auch die "Altgedienten" stehen nicht allzeit bereit, manche körperliche Belastung kann man sich nicht mehr zutrauen, familiäre Anforderungen gehen vor - oder auch ein längerer Urlaub, so Tiemeier".

Zur Freiheit des Engagements gehört immer die Möglichkeit, auszusetzen oder aufzuhören. Deshalb braucht auch "TAT und RAT" trotz allem freundschaftlichen Zusammenhalt immer wieder neuen Zuwachs.
Jeder, der sich hier engagiert, entscheidet über die Zahl seiner Einsätze selbst. Die Kosten z. B. für das verbrauchte Material , trägt der Nutzer.
Die Gruppe wird begleitet von der Stadt Esslingen, Abteilung Familie, Jugend, Senioren und Bürgerengagement. Allmonatlich findet ein Treffen statt, um die Anfragen zu verteilen und über die durchgeführten Aufträge zu berichten. Darüber hinaus gibt es natürlich auch gesellige Treffen, sozusagen private, denn man versteht sich gut und hat sich auch sonst etwas zu sagen.

Dass die Initiative schon seit 20 Jahren besteht und bereits über 5000 Einsätze hatte das zeigt uns auch, dass wir hier mit einem Angebot auf die gesellschaftliche Entwicklung reagiert haben. Da wo Familien- und Nachbarschaftsstrukturen nicht mehr vorhanden sind ist TAT+RAT gefragt, so Renate Schaumburg, Abteilungsleiterin beim Amt für Soziales und Sport.

Ein besonderes Angebot von "TAT und RAT" sei noch erwähnt: die Fahrradwerkstatt in der Rohräckerschule. Ursprünglich gedacht als eine Art Hilfe zur Selbsthilfe, also Hilfestellung und Unterweisung für Schüler beim reparieren ihrer Fahrräder, hat sich die Werkstatt inzwischen fast verselbstständigt - die Schüler bleiben leider zur Zeit aus, aber es gibt immer noch genügend Fahrräder zu reparieren. Denn nur mit intakten Rädern können die Schüler Fahrradfahren lernen und ihren Radführerschein machen.
Sinnvoll, vielseitig, befriedigend - das ist "TAT und RAT", eine schöne Möglichkeit, seine Fähigkeiten einzubringen, mit interessanten Menschen zusammenzuarbeiten und - nicht zuletzt - gutnachbarschaftlich zu helfen.


Für weitere Fragen steht Ihnen die Stadt Esslingen am Neckar, Amt für Soziales und Sport, Abteilung Familie, Jugend, Senioren und Bürgerengagement, Renate Schaumburg, Telefon 0711/3512-3108 zur Verfügung.




Büro des Oberbürgermeisters Neues Rathaus Postfach 10 03 55 73726 Esslingen am Neckar Telefax 0711 / 3512 -3181
Verantwortlich: Pressereferent Roland Karpentier, Telefon 0711 / 3512 - 2732 oder 2570
E-Mail : roland.karpentier@esslingen.de oder buero.oberbuergermeister@esslingen.de
Internet: http//www.esslingen.de