PressemitteilungNummer: 0541Datum: 12/18/2018

Vorschläge für den Theodor-Haecker-Preis 2020


Einreichungsfrist für Vorschläge zum Theodor-Haecker-Preis 2020

Das Kulturamt ruft die Bürgerinnen und Bürger Esslingens dazu auf, Vorschläge für eine würdige Preisträgerin oder einen würdigen Preisträger für die Vergabe des „Theodor-Haecker-Preises für politischen Mut und Aufrichtigkeit - Internationaler Menschenrechtspreis der Stadt Esslingen am Neckar“ 2020 einzureichen. Bis 1. Februar 2019 können die Vorschläge an das Kulturamt der Stadt Esslingen a.N. unter der E-Mail-Adresse kulturamt@esslingen.de oder per Post an Rathausplatz 3, 73728 Esslingen eingebracht werden. Nominiert werden können Einzelpersonen, Initiativen oder Gruppen des öffentlichen Lebens, die sich in herausragender Weise um Demokratie, Freiheit, Frieden und Menschlichkeit bemühen und deren Werk der Tradition Haeckers würdig erscheint.

Im Jahr 2020 wird der Theodor-Haecker-Preis zum 14. Mal vergeben. Der Preis erinnert an den Philosophen, Kulturkritiker und Schriftsteller Theodor Haecker (1879–1945), der einen großen Teil seines Lebens in Esslingen verbracht hat. Während des Nationalsozialismus’ war er mit Rede- und Druckverbot belegt. In dieser Zeit entstand sein wichtigstes Werk, die Tagebuchaufzeichnungen „Tag- und Nachtbücher“, die zu den eindrucksvollsten Reflexionen über den Faschismus zählen. Sie sind das Dokument eines Intellektuellen im inneren Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Der christlich motivierten Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ galten Theodor Haeckers Ausführungen als wichtige Grundlage.

Der Theodor-Haecker-Preis wird seit 1995 vergeben. Die bisherigen Preisträger sind: Sergej Kowaljow 1995 (Russland), Jehan Sadat 1997 (Ägypten), Salima Ghezali 1999 (Algerien), Viktor Gontschar 2000 (Weißrussland), Vesna Pesic 2001 (Serbien), Laurien Ntezimana 2003 (Ruanda), Eren Keskin 2005 (Türkei), Judith Galarza 2007 (Mexiko), Kitwe Mulunda Guy 2009 (Demokratische Republik Kongo), Shiva Nazar Ahari 2011 (Iran), Dr. Leyla Yunus 2013 (Aserbaidschan) und Laísa Santos Sampaio 2015 (Brasilien). Zuletzt wurde 2017 die nepalesische Menschenrechtsaktivistin Urmila Chaudhary für ihren Einsatz für die Befreiung, für die Rechte und für die Bildung von versklavten Mädchen in Nepal ausgezeichnet, durch den sie zu einer Hoffnungsträgerin der sogenannten Kamalari, der Kindersklavinnen geworden ist. Mit der Zuerkennung des Preises wird auch Urmila Chaudharys Arbeit für die Organisation Freed Kamlari Development Forum gewürdigt.

Die Verleihung des Menschenrechtspreises ermöglicht es, neben der Beschäftigung mit und der Unterstützung des jeweiligen Anliegens, das Schicksal der PreisträgerInnen selbst zu begleiten. Die internationale Aufmerksamkeit bietet den Preisträgerinnen und Preisträgern Schutz – so wurden Leyla und Arif Yunus während Ihrer Haftstrafe von den EsslingerInnen nicht vergessen; Postkartenaktionen erinnerten die aserbaidschanische Regierung sowie die Haftvollzusanstalt daran, dass das Ehepaar nicht unbemerkt verschwinden konnte. Aktuellen Anlass zur Sorge bereitet die Situation von Eren Keskin, der lange Gefängnisstrafen durch die türkische Willkürjustiz drohen, sowie die von Laísa Santos Sampaio, die von den besorgniserregenden Entwicklungen in der brasilianischen Politik möglicherweise direkt betroffen sein wird.


Jutta Bogdahn-Klotz
Stellv. Kulturamtsleiterin


Bei Rückfragen der Presse:
Katharina Löthe, Kulturamt
Tel: 0711 / 3512-2670




Büro des Oberbürgermeisters Neues Rathaus Postfach 10 03 55 73726 Esslingen am Neckar Telefax 0711 / 3512 -3181
Verantwortlich: Pressereferent Roland Karpentier, Telefon 0711 / 3512 - 2732 oder 2570
E-Mail : roland.karpentier@esslingen.de oder buero.oberbuergermeister@esslingen.de
Internet: http//www.esslingen.de