PressemitteilungNummer: 0229Datum: 05/23/2017

"ProtEStantisch!?": Neue Ausstellung im Stadtmuseum Im Gelben Haus


ProtEStantisch!? Esslingens Weg zur neuen Lehre 1517–1555

Ausstellung im Stadtmuseum im Gelben Haus in Esslingen am Neckar vom 3. Juni bis 12. November 2017

500 Jahre Reformation: Auch das Stadtmuseum im Gelben Haus in Esslingen widmet diesem Thema im Jubiläumsjahr eine Ausstellung. Zwar wurde in Esslingen die neue Lehre erst 1531 offiziell eingeführt, doch ihr Einfluss war schon seit 1517/18 bemerkbar.

Die Eröffnung findet am Freitag, 2. Juni 2017 um 18 Uhr im Kutschersaal der Stadtbücherei, Eingang in der Webergasse 8, in 73728 Esslingen am Neckar statt. Sie ist gleichzeitig Auftaktveranstaltung der Veranstaltungsreihe „Reichsstadt und Reformation. Esslingen, Luther und die Folgen“ von Kulturamt, Stadtarchiv und Städtischen Museen Esslingen.

Die Veranstaltungsreihe „Reichsstadt und Reformation. Esslingen, Luther und die Folgen“ von Kulturamt, Stadtarchiv und Städtischen Museen Esslingen beleuchtet mit der Ausstellung und thematisch vielfältigen Veranstaltungen die konfessionelle und politische Entwicklung in der ehemaligen Reichsstadt Esslingen seit 1517. Sie zeigen, wie sich die Entwicklung der Reformation auf die Geschicke der Stadt und das Handeln der politisch Verantwortlichen auswirkte und welche Folgen sie für Esslingen hatte.

Die Ausstellung im Stadtmuseum im Gelben Haus stellt als „Intervention“ in der Dauerausstellung ausgewählte Objekte in Zusammenhang mit der Reformation. Wertvolle Leihgaben werden nicht in eigenen Räumen präsentiert, sondern in die ständige Ausstellung im ganzen Haus integriert. So wird ein ganz neuer Blick auf das Gewohnte ermöglicht.

Als Martin Luther am 31. Oktober 1517 in Wittenberg die Missstände in der Kirche anprangerte, ahnte niemand, welche Folgen dies haben sollte. Denn was als Beginn einer Diskussion um die Erneuerung der Kirche gedacht war, hatte weitreichende Folgen: Im ganzen deutschsprachigen Raum kam es in den folgenden Jahrzehnten zu Auseinandersetzungen um die Frage, welcher Glaube denn nun „der richtige“ sei.

In Esslingen wurde lange um die Einführung der Reformation gerungen. Dabei ging es nicht nur um religiöse Inhalte. Vielfältige Rahmenbedingungen beeinflussten die Entscheidung. Denn sie betraf nach außen das Verhältnis der Stadt zum Kaiser, innerstädtisch wirkte sie sich auf die politische und soziale Ordnung aus. So war der Weg bis zur Einführung der neuen Lehre alles andere als geradlinig. Welche Auswirkungen das welthistorisch bedeutsame Ereignis in Wittenberg für die Reichsstadt und ihre Bürger hatte (und womöglich bis heute hat), zeigt die Ausstellung.

Wichtige Objekte stammen vor allem aus den umfangreichen und wertvollen Beständen des Stadtarchivs zur Reformationsgeschichte und aus der Evangelischen Kirchenbibliothek Esslingen. Sie ermöglichen es, anhand authentischer Exponate die Reformationszeit erfahrbar zu machen.

Zu den beeindruckenden Leihgaben zählt ein Originalbrief Luthers, der heute im Stadtarchiv aufbewahrt wird. Mit diesem Schreiben beantwortete der Reformator 1535 eine Frage des Esslinger Rates. Der Brief wurde in der Stadt stets in hohen Ehren gehalten und entsprechend gewürdigt. Der direkte Kontakt mit dem Reformator verschaffte Esslingen eine „Reliquie“ des neuen Glaubens und wirkte nachhaltig auf die Bildung eines evangelischen Konfessionsbewusstseins.

Zu sehen ist ebenfalls eines der wichtigsten Dokumente der Reformation: eine originale Ausfertigung des Wormser Edikts, mit dem der Kaiser 1521 die Reichsacht gegen Luther und seine Anhänger verhängte. Martin Luther ist auch von Angesicht zu sehen: nicht als repräsentatives Ölgemälde eines Malerstars, sondern als intimes Porträt eines nachdenklich Forschenden in einem Holzschnitt von 1520. Darüber hinaus werden selten gezeigte wertvolle Dokumente und Bücher, darunter natürlich auch eine Lutherbibel, präsentiert.

Für Kindergärten, Schulen und Betreuungseinrichtungen gibt es zur Ausstellung ein museumspädagogisches Angebot.

Freier Eintritt am Reformationstag, 31. Oktober 2017.


ProtEStantisch!?
Esslingens Weg zur neuen Lehre 1517–1555

Stadtmuseum im Gelben Haus
3. Juni bis 12. November 2017

Öffnungszeiten
Dienstag bis Samstag 14–18 Uhr
Sonntag und Feiertag 11–18 Uhr
Montag geschlossen

Stadtmuseum im Gelben Haus
Hafenmarkt 7
73728 Esslingen am Neckar
Telefon Verwaltung 0711/3512-3240
www.museen-esslingen.de
info@museen-esslingen.de


Martin Beutelspacher M. A.
Städtische Museen Esslingen
Hafenmarkt 7
73728 Esslingen am Neckar
Tel. 0711/3512-3320
martin.beutelspacher@esslingen.de
www.museen-esslingen.de


Die Vertreter der Medien sind am Mittwoch, 31. Mai 2017 um 11 Uhr zu einem Informationstermin in die Ausstellung im Stadtmuseum im Gelben Haus, Hafenmarkt 7, 73728 Esslingen am Neckar, herzlich eingeladen.


Beigefügt Dateien für vier Abbildungen:

ProtEStantisch!? Luther“: Porträt von Martin Luther als Augustinermöch, Holzschnitt in: Martin Luther, de Captivitate Babylonica, Straßburg 1520, Evangelische Kirchenbibliothek Esslingen, Foto: Städtische Museen Esslingen

ProtEStantisch!? Sendbrief“: Martin Luther, Sendbrief (Offener Brief) an die christliche Gemeinde der Stadt Esslingen, 1523, Stadtmuseum im Gelben Haus, Foto: Städtische Museen Esslingen

ProtEStantisch!? Medaille“: Reformationsmedaille der Reichsstadt Esslingen 1717, Stadtmuseum im Gelben Haus, Foto: Städtische Museen Esslingen

ProtEStantisch!? Stadtansicht“: Stadtansicht von Matthäus Pfister, 1650, Stadtmuseum im Gelben Haus, Foto: Städtische Museen Esslingen

ProtEStantisch Luther.jpgProtEStantisch Medaille.jpgProtEStantisch Sendbrief.jpgProtEStantisch Stadtansicht.jpg



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