PressemitteilungNummer: 0025Datum: 02/04/2019

Strom zu Gas in der Neuen Weststadt Esslingen – Stadtwerke Esslingen steigen in die „Green Hydrogen Esslingen GmbH“ ein


Strom zu Gas in der Neuen Weststadt Esslingen – Stadtwerke Esslingen steigen in die „Green Hydrogen Esslingen GmbH“ ein

Der nächste Schritt auf dem Weg zur Umsetzung des Leuchtturmprojekts „Klimaneutrales Stadtquartier - Neue Weststadt Esslingen“ ist getan. Einstimmig hat der Gemeinderat am Montag der Beteiligung der Stadtwerke Esslingen (SWE) an der zu gründenden „Green Hydrogen Esslingen GmbH“ zugestimmt. Die Gesellschaft wird die Finanzierung, Errichtung sowie den Betrieb der Energie- und Technikzentrale in der Neuen Weststadt sicherstellen, inklusive des innovativen Herzstücks: eines Elektrolyseurs zur Herstellung von erneuerbarem Wasserstoff als Energieträger der Zukunft.

Mit der Zustimmung des Gemeinderats zum Gesellschaftervertrag der „Green Hydrogen Esslingen GmbH“ (GHE) werden auch die Stadtwerke Esslingen dem Konsortium zum Leuchtturmprojekt „Klimaneutrales Stadtquartier – Neue Weststadt Esslingen“ mit dem Projektnamen ES_West_P2G2P (Esslingen_West_Power2Gas2Power) angehören. Als weitere Gesellschafter stehen Prof. Dr. Norbert Fisch sowie die Polarstern Erzeugungs GmbH fest, die bereits dem Projektkonsortium angehört und mit Manuel Thielmann den Geschäftsführer der „Green Hydrogen Esslingen GmbH“ stellen wird. Die Stadtwerke Esslingen werden beratende Mitglieder in die Gesellschafterversammlung entsenden.

„Mit dem Einstieg der SWE in unser Leuchtturmprojekt holen wir einen weiteren wertvollen Partner ins Boot“, zeigt sich Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger erfreut. „Die ortsspezifischen Fachkenntnisse und Erfahrungen eines lokalen Akteurs mit einer derart hohen Kompetenz auf dem Energiesektor sind angesichts unseres anspruchsvollen Vorhabens ein echter Gewinn.“ Tatsächlich sind Integration und Betrieb der Elektrolyseur-Technologie im Rahmen des Energie- und Wärmekonzepts für die Neue Weststadt Esslingen eine umfassende Aufgabe. Zusätzlich zu dem Ziel, die Überschüsse aus erneuerbaren Energien netzdienlich in speicherbaren Wasserstoff umzuwandeln, soll die bei diesem Vorgang anfallende Abwärme in einem Nahwärmenetz für die Versorgung der Blöcke D und E der Neuen Weststadt sowie der neu entstehenden Hochschulgebäude genutzt werden. Darüber hinaus ist vorgesehen, den anfallenden Wasserstoff zu vermarkten und weiteren Nutzungen vor Ort zuzuführen. So soll auch die Mobilität von der Wasserstoffproduktion durch den Elektrolyseur profitieren: Geplant ist eine Wasserstofftankstelle vor Ort, die es erlauben soll, auch Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb in Esslingen zu versorgen.

Die Komplexität des Zuständigkeitsbereichs der „Green Hydrogen Esslingen GmbH“ empfindet Thomas Isele als Ansporn. „Die Stadtwerke Esslingen bedienen bereits jetzt die drei Sektoren Wärme, Mobilität und Strom, wenn auch in den ersten beiden Fällen mit einem etwas konventionelleren Brennstoff“, so der Geschäftsführer der SWE. „Die Ergänzung unseres Portfolios durch den Energieträger Wasserstoff bedeutet für uns einen entscheidenden Kompetenzzuwachs als Energiedienstleister, der die SWE für die Zukunft rüstet.“ Auch der dritte Gesellschafter der GHE sieht die vielschichtigen Aufgaben des Betriebs der Energiezentrale als Chance. „Mit unserem Projekt wollen wir den Nachweis führen, dass ein Stadtquartier stromnetzdienliche Funktion übernehmen kann“, bekräftigt Prof. Dr. Norbert Fisch. „Ziel ist es, die Funktionalität und Alltagstauglichkeit der Wasserstoffproduktion mit allen ihren Vorteilen für das Energiesystem auch auf der Ebene des Quartiers zu zeigen.“ Nach dem positiven Bekenntnis des Gemeinderats und der bevorstehenden Gründung der „Green Hydrogen Esslingen GmbH“ ist eine weitere Etappe auf dem Weg zu diesem Ziel abgeschlossen.

Auf dem Gelände der Neuen Weststadt in Esslingen soll auf einer Fläche von 100.000 qm ein urbanes, klimaneutrales Vorzeigequartier mit über 600 Wohnungen, Büro- und Gewerbeflächen sowie einem Neubau der Hochschule Esslingen entstehen. Das Vorhaben „Klimaneutrales Stadtquartier - Neue Weststadt Esslingen“ soll dabei als Pilotprojekt ein zukunftsorientiertes ganzheitliches Energiekonzept auf Quartiersebene umsetzen. Im Rahmen des Förderschwerpunktes „Solares Bauen / Energieeffiziente Stadt“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wurde das Projekt aus mehr als sechzig MitbewerberInnen als eines von sechs Leuchtturmprojekten zur Förderung ausgewählt. Auch die GHE wird in diesem Rahmen noch einen Antrag auf Zuwendung stellen. Die Realisierung eines klimaneutralen Quartiers Neue Weststadt ist wichtiger Baustein zur Erreichung der ehrgeizigen Klimaziele der Stadt. Bis 2020 sollen die CO2-Emissionen auf der Esslinger Stadtmarkung um ein Viertel reduziert werden.

gez. Roland Karpentier

Pressereferent




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