PressemitteilungNummer: 1137Datum: 05/11/2021

Impfschutz für alle


Impfschutz für alle

In der ersten Welle der Pandemie waren vorwiegend wohlhabende Reisende und Urlauber von Corona betroffen. Die ersten gravierenden Infektionen, die gestreut hatten, waren in den Schlachthöfen, bei Saisonarbeiter:innen, in einfachen Unterkünften und bei den schlecht informierten und bildungsfernen Menschen. Bis heute nicht bei den Berufen, die im Homeoffice arbeiten können.

Heute ist das Risiko am Corona-Virus zu erkranken und zu sterben nachweislich bei Menschen mit niedrigem Einkommen deutlich höher als bei wohlhabenderen. Inzidenzwerte (so die AOK) sind besonders schlecht in Quartieren mit wenig Grün, hoher Wohnraumdichte, niedrigem Einkommen, häufigen Vorerkrankungen, wenig Arztkontakt und schlecht Informierten trotz mehrsprachiger Infos.

Untersuchungen des RKI und der Sozialverbände zeigen, dass Todesfälle in prekären, benachteiligten Vielfaltsquartieren um 50 bis 70 % höher liegen, als in wohlhabenden Stadtteilen einer Stadt. Auf Intensivstationen liegen weit überdurchschnittlich viele Menschen mit Migrationsgeschichte. Entscheidend ist aber der Wohnort, nicht der Pass.

Inzwischen wird in verschiedenen Städten auf diese Problemlage reagiert, z.B. Köln, Mannheim, nun auch Stuttgart. Gesundheitsminister Laumann in NRW stellt den Kommunen 100.000 Impfdosen zur Verfügung, um in „Brennpunkten“ speziell zu impfen, bevor im Juni die Impfreihenfolge ohnehin geöffnet wird.

Wir als Fachrat für Migration und Integration begrüßen, dass die Stadt, zusammen mit dem Landkreis und dem Sozialministerium, sich bereits mit dem Thema Impfungen in Esslingen beschäftigt. Wir wünschen uns mobile Impfzentren, die in gefährdeten Quartieren auch außer der Impfreihenfolge impfen und in ausgesuchten Stadtteilen an zentralen Orten z.B. in den Mehrgenerationenhäusern über das Impfen in verschiedenen Sprachen informieren. Dies hilft der Gesundheit und dem Impfschutz aller Menschen unserer Stadt!

Der Fachrat für Migration

Der Fachrat für Migration und Integration ist ein überparteiliches, überkonfessionelles, unabhängiges, weisungsungebundenes und selbstständiges Gremium, das die Interessen und Anliegen von allen Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt Esslingen sowie die Chancengleichheit fördert und die Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit sowie Vermeidung von Diskriminierung verfolgt.

Die Geschäftsstelle des Fachrats für Migration und Integration unterstützt den Fachrat organisatorisch. Der Inhalt der Pressemitteilung muss nicht die Position der Stadtverwaltung Esslingen widerspiegeln.




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