PressemitteilungNummer: 0366Datum: 08/25/2016

52x: 6.9. Vortrag Werbung für Kriegsanleihe


Millionen für den Krieg

Kriegführen kostet Geld. Mit Hilfe von Kriegsanleihen wollte das Deutsche Kaiserreich den Ersten Weltkrieg finanzieren. Dabei griff man auch zu modernen Mitteln wie eindringlichen Bildmotiven und prägnanten Slogans, mit denen für den Kauf von Kriegsanleihen geworben wurde. Ein Plakat von Karl Sigrist ist das neue „Objekt des Monats“, das am Dienstag, 6. September 2016 im Stadtmuseum im Gelben Haus, Hafenmarkt 7 in Esslingen präsentiert wird. Um 18 Uhr stellt Sarah Sigrist vom Stadtmuseum das Plakat in einem Kurzvortrag vor (Eintritt frei). Das Objekt ist anschließend einen Monat lang im Stadtmuseum ausgestellt.

Die Farblithographie ist 1918 im Rahmen eines Wettbewerbes des „Vereins der Plakatfreunde“ entstanden. Karl Sigrist erzielte mit seinem Entwurf den zweiten Platz. Er wurde 1885 in Stuttgart geboren und starb 1986 in Ludwigsburg. Karl Sigrist absolvierte eine Lithographielehre und studierte an der Kunstschule und der Kunstgewerbeschule in Stuttgart.

Mit den Kriegsanleihen konnte das Deutsche Kaiserreich das Vermögen seiner Bürger nutzen und zur Deckung der Kriegskosten einsetzen. Sämtliche sozialen Schichten der Bevölkerung kauften Kriegsanleihen. Etwa 98 Milliarden Reichsmark sammelte der Staat mit Hilfe von neun Kriegsanleihen zwischen 1914 und 1918 ein. In Esslingen und Umgebung wurden um die 40 Millionen Reichsmark zusammengetragen.

Die Reihe „52 x Esslingen und der Erste Weltkrieg“ ist ein historisch-kulturelles Langzeitprojekt. Stadtarchiv und Stadtmuseum präsentieren viereinhalb Jahre lang – entsprechend der Länge des Ersten Weltkriegs von 52 Monaten – Monat für Monat ein Objekt oder eine Objektgruppe zu den verschiedensten Aspekten des Krieges aus Esslinger Perspektive.

Durch die ungewöhnliche Dauer des Projektes von 52 Monaten kann man den für die Zeitgenossen unerwarteten Verlauf des Ersten Weltkrieges nachempfinden, der durch langlebige Zähigkeit geprägt war. Darin liegt das Besondere des Esslinger Ansatzes, das ihn von anderen Projekten zum Ersten Weltkrieg unterscheidet. Die Themenvielfalt deutet an, wieweit sich große Politik und Weltkrieg im Alltag einer deutschen Stadt weit hinter der Front niederschlagen, wie die Themen und Probleme sich teilweise banal darstellen, deswegen aber noch lange nicht leichter werden. Täglich erlebten die Menschen ein Wechselspiel zwischen propagiertem, heroischem Kampf und massiver Verelendung.


Martin Beutelspacher M. A.
Städtische Museen Esslingen
Hafenmarkt 7
73728 Esslingen am Neckar
Tel. 0711/3512-3241
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Beigefügt eine Abbildungsdatei:
52x Kriegsanleiheplakat 26-52“: Plakat „Zeichnet Kriegsanleihe“ für die 8. Kriegsanleihe, Entwurf: Karl Sigrist, 1918, 34 cm x 23 cm, Stadtarchiv Esslingen, Foto: Städtische Museen Esslingen

52x Kriegsanleihe 26-52.jpg



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