PressemitteilungNummer: 0028Datum: 01/29/2018

Vollsperrung der Geiselbachstraße ab 2019



Vollsperrung der Geiselbachstraße ab 2019
In 15 Monaten werden 7 Mio Euro verbaut

Das Tiefbauamt der Stadt Esslingen berichtete im öffentlichen Ausschuss für Technik und Umwelt am 29.01.2018 über den aktuellen Stand zur Sanierung der Geiselbachstraße. Zwischen Sulzgrieser Straße und Rossneckar verläuft mittig unter der Geiselbachstraße und dem oberen Teil der Mittleren Beutau ein Mischwasserkanal, der sogenannte Geiselbach. Der Geiselbach entwässert die Stadtteile Rüdern, Sulzgries und Krummenacker. Das gesamte Niederschlagswasser, Schmutzwasser, Drainagewasser und Quellwasser aus dem Gebiet wird hier in einem einzigen Kanal abgeleitet. Die Untersuchungen im Sommer 2017 haben gezeigt, dass nicht nur die Straße sanierungsbedürftig ist, sondern auch der mehr als hundert Jahre alte, aus Sandstein gemauerte, verdolte Geiselbach teilweise erneuert werden muss. Die Abnutzung des Kanalbauwerks durch Verkehrsbelastungen sowie die zunehmenden Starkregenereignisse, die zur regelmäßigen Überflutung im Kanal führen, haben den Zustand derart verschlechtert, sodass die Standfestigkeit des Bauwerks nur noch unter veränderten Bedingungen gewährleistet werden kann. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2017 mussten Sofortmaßnahmen erfolgen, um die Straße als funktionierende Verkehrsachse weiterhin in Betrieb halten zu können. Die zulässige Geschwindigkeit wurde auf 20 km/h reduziert und das zulässige Fahrzeuggesamtgewicht auf max. 7,5 to beschränkt. Darüber hinaus wurde eine provisorische Abdeckung in Teilbereichen, bestehend aus einer Stahlmatte samt zusätzlicher Asphaltdecke eingebaut, um ausreichend Stabilität über der Kanaltrasse zu erreichen. Dadurch ist sichergestellt, dass neben Fahrzeugen bis 7,5 to insbesondere Linienbusse und Sonderfahrzeuge (Müll- oder Einsatzfahrzeuge) weiterhin fahren können.

Sofortmaßnahmen in den Faschingsferien mit 3 Tagen Vollsperrung

Um zusätzliche Stahlmatten in der Straßendecke einzubauen, kündigte die Technische Verwaltung jetzt für die anstehende Faschingswoche vom 14. bis 16. Febr. 2018 eine erneute Vollsperrung der Mittleren Beutau an. Diese Sofortmaßnahmen sind jetzt im oberen Abschnitt der Mittleren Beutau erforderlich, da der geplante Neubau erst ab Anfang 2019 erfolgen kann. Die Fachleute gehen davon aus, dass der alte Kanal in Kombination mit dem sehr schlechten Straßenzustand diese Zeitspanne, einschließlich einem weiteren Winter, sonst nicht unbeschadet standhalten kann. Die Buslinie 109 wird für die drei Tage wieder über die Barbarossastraße, Rotenackerstraße und die Mülbergerstraße umgeleitet.

Die Planungen zur Sanierung bzw. Neubau des Straßen- und Kanalabschnitts zwischen dem Altstadtring (Augustinerbrücke) und der Sulzgrieser Steige laufen derzeit auf Hochtouren. Der rund 400 m lange Abschnitt muss zeitnah saniert, bzw. erneuert werden. Nach derzeitiger Planung wird die Geiselbachstraße in Folge der Bauarbeiten an der Augustinerbrücke ab voraussichtlich 19.03.2018 zur Einbahnstraße. Das heißt, dass man von RSKN kommend weiterhin Richtung Altstadring fahren kann, jedoch bergaufwärts den Umweg über den Hirschlandkopf und die Barbarossastraße nehmen muss.

7 Millionen Investition in Kanalisation und komplexe Baustellenplanung

Ab Juni 2019 muss die Geiselbachstraße, bzw. die Mittlere Beutau in Teilabschnitten voll gesperrt werden. Dies ist notwendig, um die Straßenbauarbeiten, wie aber auch die Kanalerneuerung abwickeln zu können. Nach momentaner Schätzung wird die Vollsperrung ca. 15 Monate andauern. Die lange Bauzeit ergibt sich aus der hohen Komplexität der Arbeiten mit den unterschiedlichen Leistungsträgern und den beengten Verhältnissen sowie den zahlreichen, kleinräumigen Bauabschnitten. Diese sind notwendig, um den unterschiedlichen technischen und sicherheitsrelevanten Vorgaben zu genügen. Dies bedeutet, dass während der Phase der Vollsperrung der gesamte Verkehr über die Alexander-, Barbarossa- und Kirchackerstraße über den Hirschlandkopf abgeleitet werden muss. Nach derzeitigem Planungstand belaufen sich die voraussichtlichen Baukosten auf über 7 Millionen Euro, wobei ca. 2,3 Mio. Euro für den Straßenbau und 4,9 Mio. Euro für die Kanalerneuerung und Kanalsanierung veranschlagt werden.

Umleitungsstrecken geplant

In Zusammenarbeit mit externen Verkehrsexperten erarbeitet die Verwaltung derzeit ein umfangreiches Konzept zur Ableitung des Verkehrs auf den geplanten Umleitungsstrecken. So wird zurzeit auf der genannten Umleitungsstrecke die Realisierung einer separaten Busspur geprüft. Diese Busspur würde die Funktion des ÖPNV, unabhängig von der übrigen Verkehrslage, sicherstellen. Dies bedeutet allerdings, dass der öffentliche Parkraum entlang der Umleitungsstrecke zu Gunsten des Busverkehrs in erheblichem Maße eingeschränkt wird.

Für die Linie 109 laufen derzeit Abstimmungen mit der Stadt Stuttgart, inwiefern eine Umleitung des Busverkehrs über Uhlbach nach Obertürkheim umsetzbar ist. Zahlreiche andere Varianten, unter anderem auch durch die Weinberge oder durch die Mittlere Beutau, wurden untersucht, aber aufgrund fehlender Realisierbarkeit nicht weiter verfolgt. Zur Optimierung der Verkehrsströme auf den Umleitungstrecken sind Veränderungen an bestehenden Kreuzungen geplant. So wird derzeit untersucht, ob am Alexanderbuckel, im Einmündungsbereich der Alexanderstraße auf die Krummenackerstraße, ein Kreisverkehr die Verkehrsabläufe verbessern könnte. Am Hirschlandkopf könnte die Herausnahme der Linksabbieger die Leistungsfähigkeit erhöhen.

Abschnittsweise Umsetzung der Bauarbeiten

Im betroffenen Abschnitt müssen ca. 200 Anschlussleitungen an den Kanal untersucht und teilweise auch erneuert werden. Erschwerend kommt hinzu, dass es für die Abwasserableitung in diesem Bereich keine Alternativen gibt. Bei stärkeren Niederschlägen muss die Baustelle demzufolge eingestellt werden. Weitere kurze Unterbrechungen infolge der Anforderungen der Denkmalschutzbehörde wurden in die Zeitplanung eingebaut. Nur in kleineren Bauabschnitten können die Arbeiten realisiert werden, um die Zugänglichkeit zu den Gebäuden für die Anwohner, aber auch für die Rettungsdienste jederzeit ausreichend zu gewährleisten.

Verschiedene Varianten zur Beschleunigung der Bauarbeiten wurden bereits detailliert untersucht. Ein Mehrschichtbetrieb scheidet jedoch aus, da das Bundesimmissionsschutzgesetz innerhalb geschlossener Bebauung Baulärm nur zwischen 7:00 Uhr und 20:00 Uhr zulässt. Ein normaler Einschichtbetrieb nutzt die Zeit zwischen 7:00 Uhr und 18:00 Uhr in der Regel voll aus. Eine weitere Schicht für die verbleibenden 2 Std. bis 20:00 Uhr lässt sich finanziell nicht darstellen. Zudem verfügen die Baufirmen nicht über ausreichend Personalkapazitäten, um eine zweite Schicht besetzen zu können.

Die Verwaltung informiert weiterhin über die Internetseite www.baustelle.esslingen.de und plant allgemeine Bürgerinfomationsveranstaltungen in den nördlichen Stadtteilen. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. Die betroffenen Bürgerausschüsse werden zusätzlich eingebunden und informiert.

Fakten:

Der Geiselbach entwässert das gesamte Einzugsgebiet Rüdern, Sulzgries und Krummenacker. Das gesamte Niederschlagswasser, Schmutzwasser, Drainagewasser und Oberflächenwasser aus dem Gebiet wird über einen ca. 100 Jahre alten, aus Sandsteinen gemauerten Abwasserkanal abgeleitet. In diesem Bereich floss früher der Geiselbach als offenes Gewässer. Dieser Bachlauf wurde im Rahmen der Aufsiedlung der Stadt schrittweise überbaut. Das Sandsteingewölbe, durch den jetzt im Bereich der Mittleren Beutau das Mischwasser abgeleitet wird, hat eine Höhe von ca. 1,75 m und eine Breite von 1,45 m.

Bei stärkeren Niederschlägen können hier bis zu 18 m³/s abfließen (18.000 Liter pro Sekunde, oder ein Lastzug pro Sekunde). Diese Wassermengen können über keine provisorische Wasserhaltung abgeleitet werden, so dass bei stärkeren Niederschlägen die Kanalbaustelle eingestellt und geflutet werden muss.

Der rd. 400 m lange Kanalabschnitt, der jetzt zur Sanierung ansteht, verfügt über rd. 200 Anschlussleitungen (Straßeneinläufe, Hausentwässerungsleitungen), die alle im Vorfeld erfasst, untersucht und eingemessen werden müssen. Eine Vielzahl hiervon ist mit zu sanieren bzw. zu erneuern.

Nach derzeitigem Planungstand belaufen sich die voraussichtlichen Baukosten auf über 7 Millionen Euro, wobei ca. 2,3 Mio. Euro für den Straßenbau und 4,9 Mio. Euro für die Kanalerneuerung und Kanalsanierung veranschlagt werden.

gez. R. Karpentier/ U. Heinemann

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