Redemanuskript

Thema / Anlass:Grußwort zum "Zukunftstalk“ der Hochschule Esslingen
Datum:11/25/2016
Zeit:06:00 PM
Ort:Econvent, Ritterstraße 16, Tagungsräume Erdgeschoss
Redner:Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger

Meine sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Sie alle sehr herzlich zum heutigen Zukunftstalk im Rahmen der Veranstaltungsreihe Zukunftsfragen des Studienzentrums für Nachhaltige Entwicklung der Hochschule Esslingen willkommen heißen. Der Nachhaltigkeits-gedanke ist auch Bindeglied zwischen der Hochschule und den beiden Kooperationspartnerinnen des Zukunftstalks, der Stadt Esslingen und unserer Volkshochschule. Ich darf Sie daher auch im Namen von Frau Deß, der Leiterin der Volkshochschule Esslingen, herzlich zur heutigen Veranstaltung begrüßen.

Traditionell beschäftigt sich der Zukunftstalk mit sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Fragestellungen. Die heutige Veranstaltung fasst diese Inhalte ganz im Sinne der Nachhaltigkeit zu einem Themenkomplex zusammen – den Zielen Nachhaltiger Entwicklung [Sustainable Development Goals – SDGs], verabschiedet von den Vereinten Nationen im September 2015. Ein elementarer Aspekt dieser Ziele ist die Tatsache, dass sie für alle Staaten und alle politischen Ebenen gelten – also auch für die Städte und Gemeinden aller Nationen dieser Erde.

Die Kommunen sind sich ihrer Schlüsselrolle bei der Arbeit an einer nachhaltigen Entwicklung bewusst. So wurde die Stadt Esslingen für das Vorantreiben einer gleichberechtigten Betrachtung von sozialen, ökonomischen und ökologischen Aspekten in der Stadtentwicklung im Jahr 2015 für den Deutschen Nachhaltig-keitspreis nominiert. Auch künftig wird die Stadt ihre Handlungsschwerpunkte systematisch nach den Dimensionen sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit ausrichten. Der ökonomische Aspekt wurde bereits in der im Juli dieses Jahres durch den Gemeinderat beschlossenen strategischen Haushalts-konsolidierung verfestigt, die den Weg in eine generationengerechte und nachhaltige Finanzwirtschaft der Stadt Esslingen ebnen wird. Schon immer ein wichtiges Kriterium war in Esslingen die ökologische Dimension; die zweimalige Auszeichnung zur Klimahauptstadt [Jahre 2006 und 2010] sowie die Verleihung des Climate Star [2007] sprechen für sich. Und auch in Zukunft werden ökologische Aspekte in der Stadt-entwicklung eine zentrale Rolle spielen, wie sich z.B. an unseren ehrgeizigen Klimaschutzzielen [Einsparung CO2-Emissionen um 25% bis zum Jahr 2020] ablesen lässt. Auch die Absicht, bis zum Jahr 2020 die Hälfte aller privaten Haushalte mit regenerativen Energien zu versorgen, verdeutlicht das Engagement der Stadt im ökologischen Sektor. Das Projekt „Soziale Stadt Mettingen-West, Brühl, Weil“ hingegen zeigt beispielhaft, dass auch die soziale Komponente einer nachhaltigen Stadtentwicklung ihren festen Platz in Esslingen hat. Unseren Erfolg beim Voran-treiben des Nachhaltigkeitsgedankens können Sie in den regelmäßig erstellten Nachhaltigkeitsberichten der Stadt Esslingen nachvollziehen.

Die Ziele Nachhaltiger Entwicklung [Sustainable Development Goals – SDGs] stellen die Städte und Gemeinden nun vor weitere Herausforderungen. Manche der Ziele nehmen die Kommunen direkt in die Pflicht. So wird in Ziel 11 gefordert, „Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu machen“. Das Ziel „Hochwertige Bildung“ beinhaltet ausdrücklich auch lebenslanges Lernen und zeigt so z.B. die Relevanz unserer Volkshochschule auf. Ein weiteres Beispiel ist das Ziel „Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen“, zu dem wir in Esslingen mit der aktuellen Reduktion unseres CO2-Ausstoßes um 13% bereits einen wichtigen Beitrag leisten. Wir haben die Hälfte des Wegs zu unserem Klimaschutzziel zurück-gelegt und können auf rund 150.000 t eingesparte CO2-Emissionen blicken. Als Vergleich: beim Einsatz von Ökostrom aus Wasserkraft entspräche dieser Wert dem jährlichen CO2-Ausstoß durch den Stromverbrauch von 680.000 vierköpfigen Familien.

Vor eine zusätzliche wichtige Aufgabe stellt die Kommunen das Herunterbrechen der übrigen, eher global angelegten SDGs. Alle AkteurInnen innerhalb der Städte und Gemeinden werden hierbei in Zukunft weiter gefordert sein. Daher bilden Informa-tionsveranstaltungen wie der heutige Zukunftstalk eine wichtige Basis für unser künftiges Vorgehen und die guten Wege, die wir gemeinsam im Sinne einer Nachhal-tigen Entwicklung beschreiten können. Mein ausdrücklicher Dank gilt darum auch den Förderern dieses Abends: Engagement Global mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Nun freue ich mich zusammen mit Ihnen auf aufschlussreiche Beiträge, spannende Diskussionen und einen musikalisch-kulinarischen Ausklang mit Gelegenheit zum Gedankenaustausch und wünsche uns allen einen hochinformativen Abend.